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Leuchtendes Vorbild

ADS-Schüler Jan Klitzke forschte im Darmstädter Erfinderlabor zum Thema Organische Elektronik an einer Zukunftstechnologie


Herkömmliche Leuchtdioden (LED) haben längst unseren Alltag erobert. Nun macht eine neue Technologie von sich reden, die organische Leuchtdiode (englisch organic light emitting diode, OLED), ein leuchtendes Dünnschichtbauelement aus organischen halbleitenden Materialien. Aufgrund seiner Materialeigenschaft (ca. 500 mal dünner als ein Haar) ist eine Verwendung der OLEDs etwa als biegsamer Bildschirm oder elektronisches Papier denkbar.

Mit dieser äußerst spannenden Technologie befassten sich 16 auserwählte Schülerinnen und Schüler aus ganz Hessen mehrere Tage beim 22. Erfinderlabor des Zentrums für Chemie (ZFC) an der TU Darmstadt.

Mit dabei, Jan Klitzke aus unserer Schule: „Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, in einer Gruppe mit 16 Schülerinnen und Schülern aus ganz Hessen zu arbeiten, zu lernen, zu forschen - aber auch unsere Freizeit miteinander zu verbringen. Wer kann schon von sich behaupten, im Labor der TU Darmstadt OLEDs von Grund auf selbst hergestellt zu haben?“

Jan Klitzke und seine Mitstreiter fanden im Labor unter anderem heraus, dass die Lichtausbeute der OLEDs entscheidend von der Orientierung der einzelnen Farbstoffmoleküle in der organischen Schicht abhängig ist und forschten weiter, wie man eine OLED auf mikroskopischer Ebene weiter optimieren kann.

Das Erfinderlabor greift seit 2005 Themengebiete auf, die im Unterricht nicht vorkommen oder nur partiell behandelt werden können. Mit seinen Veranstaltungen möchte das ZFC das Interesse und die Kreativität junger Menschen auf dem Gebiet der Naturwissenschaften wecken und für aktuelle Themen nachhaltig begeistern. Die Zusammenarbeit mit Industrie- und Hochschulpartnern ermöglicht einen Zugang zu aktuellen Forschungsmethoden und vermittelt einen Eindruck von der interdisziplinären Ausrichtung und den verschiedenen Arbeitsgebieten im naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Das Erfinderlabor ist dabei Teil des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten ZFC-Projekts “Schule 3.0 – Energiewende in den Unterricht“, das der ZFC-Initiative "Schule 3.0 – Zukunftstechnologien in den Unterricht" angeschlossen ist.

Zum Abschluss vergab eine Jury noch vier Sonderpreise der Fraunhofer-Gesellschaft – unter den Preisträgern - wieder unser fabelhafter Jan Klitzke!

Und wie geht es mit den OLEDs weiter? „Sie werden in Anwendungen genutzt, von denen wir heute noch nichts ahnen", wirft Prof. Matthias Rehahn aus dem Fachbereich Makromolekulare Chemie an der Technischen Universität Darmstadt (TUD) einen Blick in die Zukunft. Die Organische Elektronik biete dem Industriestandort Deutschland allein deshalb Vorteile, weil sie nicht an die Verfügbarkeit bestimmter Metalle gebunden sei, was große geopolitische Unabhängigkeit bedeute, so der Professor weiter.

Es gibt also noch viel zu tun für Jan Klitzke und die anderen talentierten Jungforscher Hessens.

 

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Jan Klitzke bei der Forschung ...

 

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... und der Präsentation seiner Ergebnisse

 

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Patrick Röder vom ZFC mit den Sonderpreisträgern (Aaron Steinheimer, Isabel Pötzsch, Simone Kuhn und Jan Klitzke)

 

Bericht: Stefan Gräser, Fotos: ZFC