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Skifahrt 2018: (Fast) Alles mal anders … Schneegestöber am Großglockner

Da muss man schon in den Schul-Annalen der ADS etwas zurückblättern. Seit 2010 - und damit acht mal in Folge -ging es für unsere Ski- und Snowboardkurse zuletzt immer wieder ins wunderschöne Zillertal bzw. rauf auf den Gerlosberg in den für die Skilehrer schon so vertrauten und liebgewonnenen Enzianhof. Terminschwierigkeiten verhinderten in diesem Jahr eine Fortsetzung dieser guten Beziehung.


Wenn die Messlatte dermaßen hoch liegt, wundert es wenig, dass wir - die Skilehrer Frau Ackermann, Herr Bauer, Herr Foitzik, Herr Gräser und Herr Neuberger sowie die Snowboardlehrer Herr Rebaudo und Herr Sundermann – zunächst einmal für die neue Unterkunft in Matrei am Großglockner wenig schmeichelhafte Vergleiche zogen.


Die Nachtfahrt war ähnlich strapaziös und als solche wie die Jahre zuvor dem Anliegen geschuldet, den Preis für diese Fahrt so niedrig wie möglich zu halten. Dadurch dass man in dem Bus sitzt, der am nächsten Morgen Schüler einer anderen Schule wieder zurück nach Deutschland nimmt, kann der Fahrpreis erheblich gedrückt werden. Ohne nur einen Tag Wochenende gehabt zu haben, sich Freitagnacht um 23 Uhr 30 statt ins Bett zu gehen in einen proppenvollen Bus zu setzen, war für alle Beteiligten schon nicht ganz der Start nach Maß. Aufgrund winterlicher Bedingungen auf den Straßen verzögerte sich die gefühlt auch schon so endlose Fahrt noch einmal um fast drei Stunden.


Nach einem kleinen Frühstück, das bereits erste Sehnsüchte nach ´unserem` Enzianhof im Zillertal weckte, der Skiausleihe und einem frühen Mittagessen, das den ersten kulinarischen Eindruck weiter erhärtete, ging es mittags noch auf die Piste – zur obligatorischen Sichtung und Einteilung unserer Ski- und Snowboardschüler in Leistungsgruppen.


Arg klein kam uns zunächst dieses Skigebiet doch vor. Eine Gondel hoch auf den Berg, die Talabfahrt allerdings nicht ganz wieder zurück, die Gondel nur durch einen zwischengeschalteten Pendelbus (mehr als umständlich) erreichbar. Ansonsten auf Matreier Seite nur zwei Sessellifte, einer davon anscheinend aus den Anfängen des alpinen Skizeitalters. Der Übergang ins benachbarte Kals versprach ansprechendere Bedingungen und einen größeren Abwechslungsreichtum, war aber aufgrund von Lawinensprengungen gesperrt. Beim Abendessen, das seinen Teil in erheblichem Maße zum Gesamteindruck beitrug, war das Gejammer dann doch deutlich vernehmbar. Bei ölig triefendem Leberkäs und Skiwasser in Plastikbechern wurden die Daumen für das neue Domizil - wie sich zeigen sollte, etwas zu vorschnell - merklich nach unten gedreht.


Neuer Schnee heilt alte Wunden


Schien sich am nächsten Vormittag zunächst das Dilemma des zu kleinen Skigebiets fortzusetzen - wieder war der Übergang nach Kals wegen Lawinensprengung gesperrt - , nahm unsere Zeit am Fuße des Großglockners eine nicht unbedingt zu erwartende Wendung.


Über Nacht war etwa ein halber Meter Neuschnee gefallen, viel zu viel und viel zu spät, als dass die Pistenraupen diesen schon überall unter sich walzen konnten. Nicht anders als einen Traum in Weiß kann man das Szenario nennen, das sich uns oben in der Bergwelt bot. Die meisten von uns hatten das noch gar nicht erlebt, viele Flachländer warten auf solche Bedingungen ein ganzes Skifahrerleben lang – vergeblich. Man muss das vermutlich schon selbst erfahren, um sich einen Begriff davon zu machen, was wirklich gemeint ist, wenn unter Skifreunden von ´powder` die Rede ist.


Dieses Im-Schnee-Schweben, verbunden mit dem Flirren der kleinen Eiskristalle, ließ alle Müdigkeit und Verdrießlichkeit sofort entweichen. Nun ist dieses Gefühl allerdings nur einer jungfräulichen Schneedecke abzugewinnen. Aber die Glückssträhne nahm ja erst ihren Anfang, zur Mittagszeit öffnete sich der Übergang nach Kals – und mit ihm viele neue frisch verschneite Pisten.


Am nächsten Tag dann genau das Gleiche noch einmal. Wieder eine ordentliche Schippe Neuschnee in der Nacht, wieder Lawinensprengungen am Vormittag und Öffnung der Kalser Pisten am Nachmittag. Und von den Plastikbechern mal abgesehen, schmeckte plötzlich auch das Essen in der Unterkunft deutlich besser.


Nach drei Tagen fast unentwegten Schneefalls rückte die Sonne das Skigebiet in den übrigen Tagen dann wortwörtlich ins rechte Licht. Eine wahre Winterlandschaft vor stahlblauem Himmel begrüßte uns nun allmorgendlich. Mit dem Tiefschnee war es zwar damit auch vorbei, aber vorzüglich präparierte Pisten boten nun beste Bedingungen für unser eigentliches Techniktraining, das zuvor den Schneebedingungen etwas zum Opfer gefallen war – Carven auf blauen und roten Pisten sowie Kurzschwünge im Steilhang. Entsprechend gut fielen die Prüfungen am Ende der Woche aus.


Insbesondere zwei Events rundeten die sich dann doch so zum Positiven gewendete Woche noch zusätzlich ab: ein Rodelabend auf kilometerlanger Naturbahn sowie eine Abendsession beim Eisstockschießen.


Am Ende hatte Matrei in Osttirol dann also doch einiges zu bieten. Die Frage, ob man nicht ab und an etwas Neues ausprobieren sollte, wird uns somit in Zukunft sicherlich noch ein wenig beschäftigen. Die nächsten beiden Jahre hat unsere Schule - schon im Vorfeld dieser Fahrt - jedenfalls wieder im Zillertal vorgebucht.

 

Bericht: Stefan Gräser

Fotos: Stefan Gräser und Matthias Foitzik

 

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Unser diesjähriges Ziel ...

 

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... Matrei in Osttirol ...

 

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... am Fuße des höchsten Berg Österreichs, dem Großglockner.

 

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Zunächst schneite es fast ununterbrochen, ...

 

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... was für wirklich ausreichend Schnee auf den Pisten sorgte.

 

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Das sah dann so aus.

 

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Wenn dann noch die Sonne rauskommt, ...

 

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ist Fotozeit - ein Teil vom Team Rebaudo & Sundermann.

 

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Team Bauer & Neuberger & Ackermann.

 

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Team Foitzik & Gräser

 

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Und alle mal zusammen.

 

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Abends ging es einmal zum Rodeln ...

 

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... nächtliche Bergidylle inklusive ...

 

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... und einmal zum Eisstockschießen, ...

 

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... in dem die Lehrer nicht zu schlagen waren.

 

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Insgesamt eine wirklich tolle Woche.