Eine Hand voll Hoffnung: Interreligiöser Gottesdienst zur Fastenzeit

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In Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche und Kriege stellt sich für viele die Frage: Woher nehmen wir Mut und Hoffnung? Dieser zentralen Fragestellung widmete sich der interreligiöse Gottesdienst in der Fastenzeit, der von den Religionslehrern Herrn Murmann und Herrn Maurer initiiert wurde. Unter der Leitung von Herrn Murmann und der musikalischen Gestaltung durch Herrn Maurer und dem Musik-Leistungskurs der Jahrgangsstufe 12 stand die Feier unter dem Titel „Eine Hand voll Hoffnung“.

Der Gottesdienst begann gemeinschaftlich mit dem Gesang von „Laudate omnes gentes, laudate dominum“. Im Anschluss schlug die Liturgie leisere Töne an: Die Anwesenden rezitierten im Wechsel den Psalm 22. Die Worte der Klage wirkten in der Stille des Raumes nachdrücklich und spiegelten symbolisch Sorgen wider, die viele Schülerinnen und Schüler derzeit beschäftigen.

Ein zentrales Element war die Einladung zur inneren Einkehr: Was bedrückt mich persönlich? Als Symbol für diese Lasten konnten die Teilnehmer einen Stein ins „Wasser“ werfen. „Gott ist wie ein Meer, das unsere Sorgen aufnimmt“, erklärte Herr Murmann diese Handlung, die von den Anwesenden zahlreich angenommen wurde, was ein Bedürfnis nach diesem Moment des Loslassens zeigte.

Dass man Gott alles anvertrauen könne und er sich um einen sorgt, wurde auch durch die im Religionsunterricht selbstgeschriebenen Psalme von Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 deutlich. Diese thematisierten unter anderem eine ungewisse Zukunft, das Leid in der Welt und den Wunsch nach Liebe und Frieden. Die Texte beschrieben die Sehnsucht nach Gott als „Licht in einer verwirrten Welt“, als „sicheren Hafen“ oder als Kraft, die Zerbrochenes verbindet.

Nach der Phase der Klage und der Sorgen folgte der Blick auf das Positive. Auf bunten Zetteln notierten die Teilnehmer, was ihnen im Alltag Hoffnung schenkt, und legten diese auf das symbolische „Meer Gottes“, denn dieses „Meer trägt uns“, so Murmann. Begriffe wie Familie, Freunde, positive Gedanken, Musik, Ehrlichkeit, Liebe und Vergebung machten sichtbar, welche Quellen der Kraft im (Schul)alltag existieren.

Während der Fürbitten, untermalt von dem Lied „Oh Lord, hear my prayer“, wurde an Menschen in schwierigen Lebenslagen gedacht: an jene, die unter Leistungsdruck leiden, gegen Krankheiten kämpfen oder einsam und ausgegrenzt sind. Es war ein Moment der Solidarität mit all jenen, die momentan „keinen Weg vor Augen haben“.

Nach dem gemeinsamen Vaterunser entließ Herr Murmann die Schülerinnen und Schüler mit einem persönlichen Segen in die Osterferien: „Ich wünsche dir viel Mut für das, was auf Dich zukommt, eine Oase in deiner Nähe, Menschen, die Dich gut begleiten. Ich wünsche dir im steten Wandel Offenheit, in der Routine neue Sichten, im Scheitern Auferstehung. Ich wünsche dir stets ein lichterfülltes Herz, Frieden auf deinen Wegen, einen Engel zur Sicherheit. Ich wünsche dir in den bangen Phasen Halt, in der Verlassenheit ein Du, in den Abgründen die Liebe.“

Mit den Klängen von „Ubi caritas et amor, deus ibi est“ endete ein Gottesdienst, der eine Einladung war, die „Hand voll Hoffnung“ mit in den (Schul)Alltag zu nehmen.