Theaterpremiere: Dracula an der Alfred-Delp-Schule

Mit viel Kreativität, großer Spielfreude und beeindruckendem Engagement feierte das Schultheater unserer Schule eine gelungene Premiere. In diesem Jahr brachte die Theatergruppe eine eigene Interpretation des Vampirklassikers Dracula auf die Bühne und schuf dabei eine ebenso düstere wie atmosphärisch dichte Inszenierung. Schauspiel, Bühnenbau und Technik griffen eindrucksvoll ineinander und ließen eine Welt entstehen, die das Publikum vom ersten Moment an in ihren Bann zog. Nach den zuletzt erfolgreichen Inszenierungen von Romeo and Julia und Alice im Wunderland wagten sich die Schülerinnen und Schüler damit an ein deutlich düstereres Stück – basierend auf der Vorlage von Bram Stoker und der Bühnenfassung von Bernhard H. Höfellner.

Die „Bübis“ (unsere Bühnenbild-AG) sowie zahlreiche Helferinnen und Helfer haben beeindruckende Arbeit geleistet. Schon vor Beginn des Stücks zog das Bühnenbild die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich: Draculas Schloss erscheint in düsteren Rot- und Schwarztönen, während die grell ausgeleuchtete Nervenanstalt in Neonröhren erstrahlt – ein eindrucksvoller Kontrast zwischen Fantasie und klinischer Realität. Auch Kostüme und Maske überzeugen, gestaltet von Lena Till und Sude Kablan, ehemaligen Schülerinnen, die dem Schultheater weiterhin verbunden sind. Die Tanzeinlagen wurden ebenfalls von einer ehemaligen Schülerin, Carolin Gehring, einstudiert – ein schönes Beispiel für „einmal Schultheater – immer Schultheater“.
Handlung und Figuren
„Ich habe Ozeane durchquert, um dich zu finden.“ Mit diesen Worten eröffnet die weibliche Dracula ihre Jagd nach Mina, „dem Kind der Prophezeiung mit dem Blut der reinsten Seele“.
In ihrem Schloss kommandiert und drangsaliert sie ihre Vampirentourage – die sogenannten „Kinder der Nacht“ – besonders Gretchen. Doch ihr eigentliches Ziel ist Mina.
Einzig Emilia Renfield erkennt früh Draculas Plan. Sie befindet sich in medizinischer Verwahrung und leidet nach einem Aufenthalt in den Karpaten an einer Verrücktheit, die sie sogar skurrilen Gelüsten wie dem Wunsch nach einer Katze zum Mittagessen hingeben lässt. In seltenen Momenten der Klarheit erkennt sie jedoch: Dracula verfolgt nur ein Ziel – Mina.
Parallel dazu macht sich Minas Verlobter Jonathan Harker auf den Weg zu Draculas Schloss. Zunächst reist er als pflichtbewusster Jurist, um die begonnenen Verträge seines Kollegen Renfield zu Ende zu führen. Gleichzeitig ist er der treue Verlobte, der seine Mina schmerzlich vermisst: „Es tut mir sehr leid, meine Damen – ich bin verlobt.“ Doch Draculas Reize und die Versuchungen ihrer Vampirfrauen stellen ihn auf eine harte Probe. Auch die Briefe an Mina helfen nicht, da sie von Dracula manipuliert werden.

Besonders eindrucksvoll zeigt das Stück auch die Ehe von Minas Eltern: Malcolm Murray sieht Frauen als Lustobjekte und gibt später zu, dass Liebe nie der Antrieb seines Handelns war. Seine Frau Eva Murray ist erschöpft von jahrelanger Gefühlsleere, hat gelernt, stets zu lächeln und ihre Traurigkeit zu verbergen. In Jonathan erkennt sie das verliebte Glück ihrer Tochter und scheint es beinahe selbst mitzuerleben. Schließlich entschließt sie sich, der bürgerlichen Enge zu entfliehen und den Vampiren zu folgen.

Wer stattdessen Draculas Ziele durchkreuzen will, zahlt dafür einen hohen Preis. Die Drecksarbeit überlässt er dabei seinen Dienerinnen und Sklaven, darunter die Nonne Infantila, die wie ferngesteuert zum Vampir mutiert und wegen ihrer grausamen Natur von ihrer Nonnenschwester Dementia misstrauisch beobachtet wird.
Der mysteriöse Tod Renfields ist nur eines der Ereignisse, die von zwei Detektiven untersucht werden. Dem Publikum wird schnell klar, dass Gehilfe Max Schreck deutlich mehr detektivisches Gespür besitzt als der berühmte Vampirjäger Van Helsing, der sich immer nur mit Schrecks Lorbeeren zu rühmen weiß. Am Ende siegt aber auch hier das Gute und Schreck kann jubilieren: „Jetzt wird niemand mehr meinen Namen vergessen!“ – den von Dracula sowieso niemand.

Publikum und Unterstützung
Das Publikum war wie immer bunt gemischt. Neben Familien und Freunden der Mitwirkenden fanden sich zahlreiche ehemalige Lehrerinnen und Lehrer, ehemalige Schülerinnen und Schüler sowie Mitglieder anderer Theatergruppen ein. Zu den prominenten Gästen gehörten außerdem der Schuldezernent Lutz Köhler und Michael Lohn, der den geplanten Schulneubau begleitet. Ihr Besuch wurde besonders geschätzt: „Eine Schule muss man spüren, nicht alles steht auf dem Papier“, betonte die Schulleiterin.
Insgesamt engagierten sich rund 30 Schülerinnen und Schüler aktiv als Schauspieler, Techniker oder Bühnenbildner. Dieses freiwillige Engagement ist keineswegs selbstverständlich, da es neben den Proben und Textarbeiten auch schulische Verpflichtungen wie Klausuren zu bewältigen gilt. Ein besonderer Dank gilt daher allen Beteiligten.
Besonders hervorzuheben sind die beiden Regisseure Tanja Mohrhardt und Christian Lampe. Mit Geduld, Leidenschaft und großem Engagement haben sie gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern das Stück auf die Bühne gebracht und damit erneut die kreative Energie des Schultheaters unter Beweis gestellt.

Im Folgenden noch einige Eindrücke von der Premiere.
Bericht: Regina Gräser
Fotos: Stefan Gräser












































