Wer am Samstag die Alfred-Delp-Schule betrat, merkte schnell: Hier passiert weit mehr als Unterricht nach Stundenplan. Beim Informationstag am 22. November 2025 zeigte das Oberstufengymnasium, warum so viele Schülerinnen und Schüler diesen Ort inzwischen eher als kleinen Campus statt als klassische Schule beschreiben.
Schon früh herrschte reger Andrang. Eltern und Zehntklässler strömten durch die Schule, die laut einem Schüler „von außen komisch, alt und hässlich, aber innen eigentlich ganz okay ist – nur etwas verwirrend mit all den Gängen“. Ein Eindruck, der sich laut ihm aber „nach ein paar Tagen bestimmt legt“. Für ein erste Orientierungsgefühl sorgten die älteren Schülerinnen und Schüler, die künftige ADS-Neulinge durch das Gebäude führten, während Lehrkräfte parallel die Eltern begleiteten.
Der Schnupperunterricht an diesem „Tag der offenen Tür“ bot den Zehntklässlern einen ersten, authentischen Eindruck davon, wie Lernen an der ADS funktioniert. Dass die Vorstellungen vom „strengen Oberstufenmodus“ nicht zur Realität passen, wurde vielen schnell klar. „Kein sturer Frontalunterricht“, betonte eine Mutter, deren älteres Kind bereits an der Schule ist. „Man nimmt die Kinder hier auf ihrem Weg wirklich an die Hand.“


In den Fachbereichen ging es währenddessen lebendig zu: Die Biologie öffnete ihre Mikroskope für neugierige Blicke, die Physik demonstrierte zentrale Versuche aus der E- und Q-Phase – zum Mitmachen, versteht sich. Wer sich traute, stellte sich in Philosophie tiefsinnigen Fragen – und wurde dafür mit Süßigkeiten belohnt. Ein fairer Deal.
Auch die Informatik präsentierte stolz ihre Projekte, während in der Kunstwerkstatt konzentriert getöpfert, gezeichnet und fotografisch experimentiert wurde. Ein Ort, der viele Besucher magisch anzog – und nicht zuletzt zeigte, wie unterschiedlich Kreativität aussehen kann.






Was die ADS besonders auszeichnet, wurde im Laufe des Tages immer wieder deutlich: ihr ungewöhnlich breites Angebot an Fächern und Zusatzkursen. Schon in der E-Phase können Schülerinnen und Schüler Differenzierungskurse wählen, deren Bandbreite von Yoga bis Content Creator reicht. Diese Wahlfreiheit macht es möglich, sich auszuprobieren, eigene Interessen zu entdecken – und Kompetenzen zu entwickeln, die weit über die klassischen Fächer hinausgehen. Ein Punkt, der viele Eltern positiv überraschte.
Für das leibliche Wohl sorgte an diesem Tag die AG Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Neben Kaffee, Crêpes, Kinderpunsch und Pommes informierten die Schülerinnen und Schüler darüber, wofür die Einnahmen später genutzt werden: unter anderem für Exkursionen der gesamten E-Phase in Synagoge und Moschee. „Dass politische Bildung hier so ernst genommen wird, finde ich überzeugend“, sagte eine Mutter. Passend dazu konnten Besucher an einer Schülerwahl teilnehmen – inklusive Wahlkabine und Stimmzettel. Politische Bildung zum Anfassen.



Im Sportbereich herrschte an diesem Tag fast Wettkampfstimmung. Der Sport-Leistungskurs beeindruckte mit Hochsprung bis zu 1,65 Metern – für die Springer anscheinend ein Routine-Samstag, für das Publikum eine Mischung aus Mitfiebern und Bestaunen. Die Selbstverteidigungs-AG zeigte Techniken für brenzlige Situationen, während ein Sportkurs mit Line Dance demonstrierte, wie viel Energie und Spaß koordinierte Schritte auslösen können.








Musikalisch sorgte die Schulband SixUnited für Höhepunkte. Ihr souveräner Auftritt ließ kaum Zweifel daran, warum die Band auch außerhalb der Schule auf Bühnen steht.


Im Gespräch mit Gästen fiel immer wieder ein Begriff: Atmosphäre. Viele Eltern zeigten sich beeindruckt vom Miteinander an der ADS. „Es wirkt wie eine Hochschule“, meinte eine Mutter. „Junge Erwachsene unter sich – das hat einen eigenen, coolen Vibe.“ Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler begegneten sich erkennbar auf Augenhöhe, was dem Tag eine angenehm ungezwungene, offene Stimmung verlieh. „Selbstverantwortung und selbständiges Lernen werden hier wirklich gefördert“, sagte eine Besucherin. „Das ist wichtig – egal ob man später in die Uni geht oder ins Berufsleben.“
Schon am Vormittag zeigte sich, wie groß das Interesse war: In der Aula fanden die Vorträge über die Alfred-Delp-Schule und den Aufbau der gymnasialen Oberstufe vor voll besetzten Reihen statt. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, sich in Ruhe über Abläufe, Fächerwahl und den Einstieg in die Oberstufe zu informieren. Und auch wenn manche Zehntklässler anfangs noch etwas schüchtern wirkten, legte sich das zunehmend.

„Ein wirklich vielfältiges Angebot – spannend zuzuhören, schön anzuschauen. Und die Atmosphäre hier ist einfach rundum angenehm“, sagte eine Mutter beim Hinausgehen und warf noch einen letzten Blick zurück in die belebten Flure. Ihr Fazit bringt auf den Punkt, was viele an diesem Tag empfanden: eine Schule, die einlädt, die offen wirkt und in der man sich schnell willkommen fühlt.
Und genau das machte diesen Informationstag aus: einen lebendigen, offenen Einblick in eine Schule, die jungen Menschen Raum gibt, sich auszuprobieren – und ihnen zeigt, wie bunt, spannend und menschlich Oberstufe sein kann.
