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Praktikum „Fluoreszenzmikroskopie von Nervenzellen“ am LivfeBioLab der TU-Darmstadt –Erfahrungsberichte der Teilnehmer

Mehr als anregend war das Praktikum des Q2-Bio-LK am LivfeBioLab der TU-Darmstadt. Fluoreszenzmikroskopie arbeitet mit Licht, das Farbstoffe im mikroskopischen Präparat anregt.

Die so angeregten und Licht absorbierenden Farbstoffe beeilen sich, gleich wieder Licht abzugeben. Das abgegebene Licht hat eine andere Farbe als das aufgenommene. Zwischen Aufnahme und Abgabe der Lichtquanten liegen bloß Nanosekunden. Was kann man damit anfangen? Färbt man Zellstrukturen mit Fluoreszenzfarbstoffen, kann man sie sichtbar machen. Das abgegebene Licht erscheint unter dem Fluoreszenzmikroskop monochrom, also gänzlich einfarbig, und dadurch kann man die angefärbten Strukturen leicht erkennen. Klingt speziell, ist aber jedem schon einmal begegnet: Fluoreszenz lässt sich gut beim Schwarzlicht-Effekt in der Disco beobachten. Fluoreszenzmikroskope sind aber ungleich schwieriger zu finden als Tanzflächen, und das liegt auch daran, dass sie genauso kostspielig sind wie ein guter Sportwagen.

Um schöne Bilder zu bekommen, ist aber noch einiges an Vorarbeit zu leisten: Unter fachkundiger Anleitung von Dr. Guido Klees und seinem Team war der Q2-Bio-LK von Herrn Winicker einen ganzen Tag lang voll beschäftigt, Nervenzellen des medizinischen Blutegels zu präparieren, zu färben und zu mikroskopieren. Belohnt wurde der Kurs mit erstklassigen Präparaten, vielen Aufnahmen der Nervenzellen und einer anregenden Einführung in die Neurobiologie, das Thema des kommenden Halbjahres. Vorkenntnisse waren nicht erforderlich.

Doch lassen wir die Teilnehmer zu Wort kommen:
„Nach einer kurzen, generellen Einleitung wurde uns das Thema Fluoreszenzmikroskopie verständlich näher gebracht. Interessant war es, mit lebenden Tieren, den Blutegeln, zu arbeiten, was in der Schule leider nicht möglich ist. Das Highlight war das Fluoreszenzmikroskop, mit dem wir ein vorher präpariertes Ganglion des Blutegels genauestens untersucht haben. Die entstandenen und auf dem Computerbildschirm zu sehenden Bilder, die man normalerweise nur aus dem Schulbuch kennt, waren sehr eindrucksvoll. Dieser Tag hat uns einen guten Einblick in die Neurobiologie verschafft, sodass wir im nächsten Schuljahr mit Vorwissen und Praxisbezug in das Thema einsteigen können.“

Yvonne Sailer, Alex Gamroth, Viktoria Rhainfurth

„Als wir am Dienstag, den 27.06. anno 2017 morgens zur TU nach Darmstadt fuhren, wussten wir noch nicht, was uns erwarten würde, daher waren wir sehr gespannt, welch freudigen Ereignissen wir uns in kurzer Zeit ausgesetzt sehen würden.

Nach einer zuhöchst gründlichen Einführung in die geheimnisvolle Welt der Neurobiologie stürzten wir uns in Dreier- und Vierergrüppchen in das spaßige Abenteuer. Dieses bereitete uns eine Freude des größten Ausmaßes, als wäre man auf dem Jahrmarkt der Mikrobiologie.

Das erste „Fahrgeschäft“ war eine Wasserattraktion: Wir mussten einen Egel fangen. Ganz schön glitschig… Nach ausgiebiger Betrachtung gingen wir zur nächsten Station und untersuchten Nervenzellen eines Blutegels – dies sogar mit einem Fluoreszenzmikroskop. Toll!“

Christo Göbel, Jessica Friedrich, Steffi Lindinger, Josh Kuon

„Nach einer ausführlichen Einleitung in das Thema Fluoreszenz und in die genauere Mikroskopie durften wir das Gelernte in der Praxis anwenden. Dazu wurden wir in vier Gruppen eingeteilt und als Gruppen unterschiedlichen Stationen zugewiesen. Wir begannen mit der Fluoreszenzfärbung, wobei wir ein Ganglion präparierten. Wir fanden es sehr gut erklärt, die Betreuer haben uns auch nochmal an der Station gesagt, was wir zu tun haben, und fanden es interessant, neue Erfahrungen zu erlangen und Einblicke in die Neurobiologie zu erhalten.“

Agnesa Ahemtaj, Ben-Robin Glock, Jan Kasperek, Lars Petry

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Bei der Präparation der Neuronen war Fingerspitzengefühl gefragt.

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Bedienung des Fluoreszenzmikroskops: Belohnung für gute Vorarbeit waren augenscheinlich gute Aufnahmen der Präparate.

28. Juni 2017 Dominik Winicker / Angelika Schneider (Bearbeitung)