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"Schaffen wir das? Ja, wir schaffen das!"

MdB Dr. Jens Zimmermann steht Schülern und Schülerinnen der ADS in aktueller Stunde Rede und Antwort zum Themenkomplex ISIS, Syrieneinsatz der Bundeswehr, Terror in Paris und Flüchtlingsproblematik

Flüchtlingsströme in einem Ausmaß, wie sie zuletzt in unseren Breiten nach dem zweiten Weltkrieg gesehen wurden, der scheinbar unaufhaltsame Vormarsch des Islamischen Staates (IS) und die damit in Verbindung stehenden Anschläge in Paris haben längst das Dauerthema ´Griechenland` aus der öffentlichen Debatte verdrängt. Da sich die Fragen um diese Themen natürlich kaum alleine im Unterricht klären lassen, lud sich die ADS aus unserem Wahlkreis den Bundestagsabgeordneten Dr. Jens Zimmermann (SPD) ein. Der mit seinen 34 Jahren in der Riege der Bundestagsabgeordneten sicherlich eher als Greenhorn zu bezeichnende Zimmermann machte vor gut 200 Zuhörern schnell klar, dass man sich mit ihm nicht nur einen wirklichen Experten, sondern auch einen die Politik wirklich lebenden Mann ins Haus geholt hatte. Schon nach wenigen einleitenden Sätzen zu seiner Arbeit im Wahlkreis und in Berlin stellte er sich den durchaus kritischen Fragen seiner jungen Zuhörer. Dabei wurden nicht nur die benannten Themen ausführlich und differenziert beleuchtet, sondern auch spannende Einblicke in Abläufe des Politikbetriebs gegeben, beispielsweise in der Frage, wann und wieso man sich an manchen Stellen dem Fraktionszwang beugen sollte – und wann eben nicht.

 

JensZimmermann

MdB Dr. Jens Zimmermann zu Besuch an der ADS

 

Neben der Diskussion über Ursachen von Terror und Krieg - und wie man diesen Herr werden könnte - nahm natürlich die Frage nach dem Umgang mit den vielen hunderttausenden Flüchtlingen („ … die größte Zerreißprobe Deutschlands seit dem Mauerfall …“) einen breiten Raum ein. Interessant in diesem Zusammenhang war dabei Zimmermanns Aussage – und gleichzeitiger Seitenhieb auf die Koalitionspartner der CDU/CSU-Fraktion – wonach deren „… barsche Haltung in der griechischen Schuldenfrage …“ jetzt auf Deutschland zurückfiele, wenn man in der Frage der Flüchtlingszuteilung auf keinen besonders ausgeprägten Solidargedanken der EU-Partner stoßen würde. Nichtsdestotrotz schloss Zimmermann seine Ausführungen mit den Worten „Wir schaffen das!“ und dass er wirklich stolz darauf sei „… in einem Land zu leben, in dem Flüchtlinge am Bahnhof mit Applaus empfangen werden …“, nicht ohne aber auch auf Belastungsgrenzen Deutschlands in diesem Zusammenhang hinzuweisen.

„Fragen nach Waffenlieferungen, der Bekämpfung des Islamischen Staates oder der Zukunft von Flüchtlingen in Deutschland haben mir gezeigt, dass sich die Schülerinnen und Schüler für das interessieren, was in der Welt passiert“, äußerte sich Zimmermann hinterher sehr zufrieden mit der Veranstaltung und attestierte: „Von Politikverdrossenheit war an der Alfred-Delp-Schule nichts zu spüren!“

Politikverdrossenheit

Von Politikverdrossenheit keine Spur

 

Bericht und Fotos von Stefan Gräser