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Wolfshausen – Ein Erfahrungsbericht

von Laura Friesen, Schülerin der S-09

Unsere Kennenlernfahrt vom 30.8. bis 01.9.2017.

 

Um nach Wolfshausen zu gelangen, trafen wir uns alle am großen Parkplatz in Nähe des Dieburger Marktplatzes.

Wir, das sind die Schüler der Stammgruppe S-09 von Herrn Gräser sowie zwei andere Stammgruppen, die parallel die Fahrt nach Wolfshausen antraten. Gegen 10 Uhr erschienen schließlich auch zwei Busse. Die Fahrt dauerte etwa 90 Minuten und führte uns durch ländliche Gegenden, wie es in Hessen nun einmal so ist. Um die Herberge zu erreichen, fuhr der Bus durch das ziemlich kleine Dorf Wolfshausen und von dort aus durch schmale Straßen bergauf an unser Ziel.

 

Die Herberge an sich ist von einem Wald umschlossen. Sie besitzt mehrere Wohnhäuser sowie ein großes Haus mit Küche und Essensbereich. Die erste Tat in unserer neuen Umgebung war das Kennenlernen der Teamer Laura und Krishna sowie die Einteilung der Zimmer. Fast alle kamen in dasselbe große Haus, bis auf eine Gruppe, die in einem Nebengebäude untergebracht wurde. Anschließend, nach dem Auspacken des Gepäcks sowie Betten-Beziehens, trafen wir uns alle an der Feuerstelle neben dem Haupthaus. Wir spielten ein paar Spielchen, z.B. Kissenwettlauf oder Tausch von persönlichen Gegenständen, zwecks besseren Kennenlernens. Da mittlerweile bei vielen aber auch langsam Hunger aufkam, gab es glücklicherweise wenig später Mittagessen: Spaghetti mit Tomatensoße.

 

Nach dem Essen und einer kleinen Pause spielten wir weitere Spiele. Nach einem Fangspiel, das uns wieder in Schwung versetzen sollte, spielten wir ein interessanteres Kennenlernspiel.

Je nach Vorgabe musste man sich ständig in neuen Gruppen zusammenfinden. War das Thema z.B. „Geburtsort“, musste man sich eine Deutschland- bzw. Weltkarte vorstellen und sich entsprechend an diesen Ort postieren. Es stellte sich heraus, dass die große Mehrheit in Dieburg geboren ist.

 

Die erste große Aufgabe, von der wir schon viel aus anderen Klassen gehört hatten, war der Mohawkwalk: Wir mussten eine aus Drahtseilen bestehende Strecke überwinden, ohne den Boden berühren zu dürfen. Wir wurden in drei große Gruppen geteilt (10 zu 9 zu 9). Der Weg war mit kleinen Hilfen gespickt, wie z.B. einem Cola-Kasten, den wir frei platzieren durften, einem dicken beweglichen Seil und einem langen dünnen Seil, welches am Ende des Zieles platziert war. Anfangs wurde gegrübelt, wie wir den Weg überqueren wollten. Dann übernahm ein Mitschüler das Kommando. Wir bildeten alle eine lange Kette und schafften ca. ein Drittel des Weges. Wir versuchten diese Strategie eine gefühlte Ewigkeit, schafften es jedoch nie sehr viel weiter, da immer an irgendeiner Stelle jemand runterfiel und wir von Neuem starten mussten. Schließlich brachen wir erstmal ab, um es am nächsten Tag noch einmal zu versuchen. Die ganze Zeit über - und auch die nächsten Tage - begleiteten uns übrigens die ´freundlichen` Bewohner dieses Waldes, eine scheinbar unendliche Schar an Stechmücken. Sie waren überall anzutreffen und allgegenwärtig, um uns auszusaugen. Die ´größte` Freude unserer Fahrt schlechthin.

 

Nach all diesen Strapazen verdienten wir uns ein Abendessen (in Buffetform) und Freizeit im Anschluss daran. Zu später Stunde wurden dann noch einige Pizzen extra bestellt und es kam zu einem spontanen Gruppentreffen auf einer kleinen, gemütlichen Sofalandschaft, nicht zufällig an einem Ort mit verhältnismäßig guter Internetverbindung.

 

Der nächste Tag begrüßte uns mit einem kleinen Regenschauer. Doch ließen wir uns davon nicht abhalten. Wir spielten einige Spiele im Haus zum „Warmwerden“ und gingen hinterher wieder hoch zum Mohawkwalk. Dieses Mal bekamen wir das ´Extra`, dass eine bestimmte Anzahl an Personen herunterfallen dürfe, ohne dass wir wieder von Neuem anfangen müssten.

Dieses Mal machten wir kleinere Ketten und es funktionierte! Nach dem dritten Versuch hatten es tatsächlich alle geschafft, auf die andere Seite zu gelangen.

 

Nicht lange, und es gab schon wieder Mittagessen (Gnocchi mit einer Soße und Salat). An diesem Tag hatten unsere Teamer etwas Besonderes mit uns vor: Flöße bauen und mit diesen über den Fluss fahren! Wir trafen uns alle im Hof, nahmen die Utensilien für den Bau und wanderten zum Fluss hinunter. Vor dem Fluss lag eine große Wiese, wo wir alles abstellten. Um das Floß zu bauen, hatten wir einige schmale Holzbalken, Schnüre, eine Plane und viele Luftballons sowie Mülltüten zur freien Verfügung.

 

Nach kurzer Ratlosigkeit fingen wir mit dem Bau an. Einige bliesen die Luftballons auf, andere begannen mit dem Grundgerüst. In der ‚Jungsversion‘ bestand das Floß aus acht Balken. Vier wurden zu einem Quadrat gelegt, die anderen vier in gleichem Abstand zueinander in die Mitte unseres Quadrates. Man kann es sich wie ein hölzernes, farbloses Schachfeld vorstellen. Alles wurde ordentlich zusammengeschnürt und anschließend mit Plane und Mülltüten, in denen die Luftballons steckten, ausgestattet. Von den Jungs inspiriert, hatte die Mädchengruppe mittlerweile ebenfalls mit dem Bau eines […] Floßes angefangen, scheinbar nach dem gleichen Muster wie das der Jungs. Das Floß der Mädchen scheiterte allerdings gleich beim ersten Versuch, das Floß drohte unterzugehen. Das andere Floß, mit zwei Jungen als Kapitäne, schwamm dagegen tatsächlich! Leider kamen sie nicht ans andere Ufer, da die Strömung zu stark - und ein Sicherungsseil zu kurz - war. Letztendlich sanken auch sie.

 

Uns wurde zur Wahl gestellt: aufhören oder weitermachen. Wir entschieden uns für das Weitermachen. Alle zusammen nahmen sich nochmal das Floß der Mädchen vor und bearbeiteten es noch ein wenig, indem wir die Tüten mit den Ballons besser befestigten. […] Es funktionierte tatsächlich und eine kleine Gruppe Mutiger erreichte unbeschadet das gegenüberliegende Ufer. Der Abbau war schließlich dann noch eine ziemlich schlammige Angelegenheit, was den einen oder anderen dazu bewegte, gleich ganz ein Bad in der Lahn zu nehmen.

 

Der Tag endete mit einem riesigen Lagerfeuer, an dem die ganze Klasse teilnahm.

 

Am letzten Tag spielten wir noch einige Spiele draußen. Bei einem Spiel mussten wir ein Springseil verbunden mit verschiedenen Aufgaben durchqueren, beim anderen mussten wir Berta das Huhn von den Teamern klauen. Beim Huhnklauen mussten wir so schnell wie möglich eine Distanz überqueren, doch die Teamer durften uns beim Bewegen nicht erwischen. Natürlich waren unsere geliebten Freunde, die Mücken, auch wieder dabei. Dieses Spiel schafften wir gleich beim ersten Versuch.

 

Das letzte Essen in Wolfshausen bestand aus gelbem Curryreis und Hühnchen im Knuspermantel. Schließlich holte uns der Bus um 14 Uhr ab und es ging wieder nach Hause. Alles in allem war es eine schöne Fahrt mit einigen besonderen Momenten, welche dem Sinn der Fahrt - die Klassengemeinschaft zu stärken - mit Sicherheit förderlich waren.

 

Text: Laura Friesen

 

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Alles beginnt mit Spielen zum besseren Kennenlernen.

 

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Mit dem Mohawkwalk wartet dann für die Klasse die erste große Herausforderung.

 

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Gesprächsbedarf. Was könnte man besser machen?

 

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Jetzt klappt es besser. Gleich ist die Aufgabe gewonnen.

 

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Da schmeckt das Abendessen umso besser.

 

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Die nächste Herausforderung. Mit einem selbst gebauten Floß die Lahn überqueren.

 

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Dieser Versuch scheitert noch.

 

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Dann klappt es aber schließlich doch.

 

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Ein Höhepunkt für alle Stammgruppen. Das abendliche Lagerfeuer.

 

Fotos: Stefan Gräser