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ADS Kennenlernfahrt 2017

Die Kennenlernfahrt nach Wolfshausen gehört seit Jahren zum festen Programm der Alfred-Delp-Schule, sie wird von jeder neuen Klasse („Stammgruppe“) durchgeführt und dauert zweieinhalb Tage.

Interessant ist alljährlich die Unterschiedlichkeit der Wahrnehmung und Beurteilung der Fahrt und ihres erlebnispädagogischen Konzeptes seitens der teilnehmenden Schüler und Schülerinnen - bei relativer Gleichheit des programmatischen Ablaufs.

Hier ein kleiner Auszug der Rückmeldungen:

„Die Spiele dienten dem besseren Kennenlernen von uns gegenseitig und dem Lernen der Namen. Die Aufgaben hatten den Schwerpunkt, unsere Klassengemeinschaft zu stärken und gemeinsam an Lösungen für komplizierte Situationen zu arbeiten.“ (Jasmin H.)

 

Eine andere Schülerin gibt einen Überblick über den Ablauf der Tage:
„Die Kennenlernfahrt nach Wolfshausen vom 28.08.2017 - 30.08.2017 war gut.
Wir konnten sowohl unseren Klassen- und Teamgeist stärken als auch uns alle besser kennenlernen.
Nach dem Frühstück gab es immer die Morgenrunde, in der jeder erzählen konnte, wie er/sie sich in der Klasse fühlt, er/sie das Tagesangebot findet und was er/sie gerne ändern würde.

 

morgenrunde

 

Danach fingen wir den Tag mit kleinen Teamspielen an, in denen alle mit anpacken mussten.
Nach dem Mittagessen ging es an eine große Aufgabe:
Am ersten Tag wurde das Spiel "Schokofluss" gespielt, bei dem mit Holzbrettern ein imaginärer "Fluss" von allen überquert werden musste, was bei den ersten Versuchen nicht gerade glatt lief.
Da wir am ersten Tag mit diesem Spiel nicht fertig wurden, spielten wir dieses am zweiten Tag nach der Morgenrunde fertig.
Am zweiten Tag bauten wir Flöße, eins aus Gras und eins aus Luftballons.
Mit diesen Flößen sollten wir die Lahn überqueren, was nicht gerade einfach war.
Einige fielen ins Wasser, was bei der heißen Sonne aber nicht schlimm war.
Abends, nach dem Essen, setzte sich unsere Klasse zusammen an ein Lagerfeuer, das wir selber zündeten, und wir unterhielten uns und hatten viel Spaß zusammen.
Zusammengefasst war die Kennenlernfahrt echt schön und hat die ganze Klasse mehr zusammengebracht.“ (Lucie N.)

 

Die folgende Meinung ist durchaus repräsentativ für eine ganze Reihe von Teilnehmern:

"Abgesehen davon, dass unser Programm ziemlich ‚kindisch‘ war, hat die Fahrt uns alle zusammengeschweißt und wir hatten schöne drei Tage. Die ‚Hauptspiele‘ waren sehr anspruchsvoll und haben auch Spaß gemacht. Die ‚Nebenspiele‘ waren eher Zeitvertreib und auch ziemlich langweilig. Das Vertrauen wurde gestärkt durch die Spiele, allerdings hat man sich besser in der freien Zeit kennengelernt. Im Endeffekt war es trotzdem eine schöne Fahrt, wir hatten viel zu lachen und haben nun eine bessere Klassengemeinschaft.“

(Emma J.)

 

Der Floßbau hat wohl den meisten gefallen, wenn es auch in unserer Gruppe ausschließlich Jungen waren, die sich dann tatsächlich mit den Eigenkonstruktionen auf’s Wasser gewagt haben:

"Wir bauten ein Floß, dessen Erbauer (Plural) absolut perfekte Arbeit ablieferten. Die Jungfernfahrt war das Highlight und in einem Wort ‚triumphal‘.“ Die zweite Gruppe hatte weniger Glück: „Die Jungfernfahrt ging total schief und die Besatzung drohte wegzutreiben, doch sie konnte es verhindern.“ (zwei unbekannte Verfasser)

 

lahnfloss

 

Welche Faktoren bisweilen für das individuelle Wohlbefinden und die Bewertung einer Klassenfahrt maßgeblich sind, zeigen folgende Berichte:

"Die Kennenlernfahrt hat mir persönlich relativ viel Spaß gemacht. Bis auf ein paar Differenzen war es auch ganz schön und lustig, aber alle kamen mit gefühlt 100 neuen Mückenstichen wieder nach Hause.

Auch wenn die Spiele und Übungen meistens Spaß gemacht haben, denke ich nicht, dass wir uns durch diese besser kennengelernt haben, sondern eher durch unsere Freizeit und das Lagerfeuer. Deswegen finde ich, dass wir zumindest ein bisschen mehr Freizeit hätten haben sollen.“ (Nikola E.)

"Die Zimmer waren schön und sauber. Ich fand gut, dass jedes Zimmer ein eigenes Bad hatte. Die Mücken waren sehr nervig…“ (Chiara D.)

Dass das durchaus umstrittene Programm interessante Prozesse zeitigt, wird vielleicht in folgender Anmerkung am besten ‚auf den Punkt‘ gebracht:

"Am ersten Tag wurde zum Missfallen einiger das [Spiel] ‚Schokofluss‘ gespielt. Nach drei Stunden und einer sehr hohen Frustrationsrate beschlossen wir, das Spiel am nächsten Morgen weiterzuführen.“ (Luise H.)



schokofluss

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Zumindest gefühlt war die Fortsetzung also aller Frustration zum Trotz eine eigene Entscheidung, während de facto nur die Wahl gelassen wurde, das Spiel wahlweise am nächsten oder am übernächsten Tag zu Ende zu bringen.

Was man sicher festhalten kann, ist die Erfahrung, dass solche Spiele nicht nur Spiele sind, sondern - zumindest in dieser konzentrierten und z.T. auch anspruchsvollen Form - durchaus anstrengen und den Teilnehmern einiges abverlangen.

Falls im Ergebnis Gruppenstrukturen und die Eigenverantwortlichkeit jedes / jeder Einzelnen nachhaltig gestärkt werden, lohnt sich aber die Anstrengung: Auch diese Meinung wird von den Schülerinnen und Schülern weitgehend geteilt.

 

31.08.2017 Angelika Schneider