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Kollegiumsausflug 2017 – Darmstädter Bahnhofs- und Brauereigeschichte im Fokus

Ziel des Kollegiumsausflugs war dieses Jahr das nahe Darmstadt.

Auf dem Programm stand zunächst eine Einführung in die Darmstädter Bahnhofsgeschichte. Interessant war hierbei etwa, dass dem heutigen Hauptbahnhof zwei getrennte Bahnhöfe am heutigen Steubenplatz vorausgingen, die wiederum von zwei verschiedenen Bahngesellschaften errichtet worden waren: seit 1846 der Main-Neckar-Bahnhof, ein Durchgangsbahnhof an der Strecke Frankfurt–Heidelberg und seit 1858 der Ludwigsbahnhof, ein Kopfbahnhof an der Verbindung Mainz–Aschaffenburg. Dass eine derartige Bahnhofssituation in einer aufstrebenden Stadt keine Zukunft hatte, dokumentieren Bau (1907 - 1912) und Inbetriebnahme (1. Mai 1912) des uns heute bekannten Bahnhofs. Die dadurch größere Entfernung zur Innenstadt wurde mit einem Straßenbahnanschluss ausgeglichen, so wie das heute noch der Fall ist.

Eine weitere erwähnenswerte Facette der Darmstädter Bahnhofsgeschichte ist eng mit Darmstadts Geschichte als Haupt- und Residenzstadt des Großherzogtums Hessen verbunden. So wurde eigens für den damaligen Adel ein angrenzender Fürstenbahnhof errichtet, quasi ein VIP-Zugang für die bessere Gesellschaft – entsprechend großzügig, wie auch das Hauptgebäude mit zahlreichen Jugendstilelementen versehen, für die der berühmte Architekt Friedrich Pützer verantwortlich zeichnet.

Nach diesem nicht nur für Eisenbahnfreunde interessanten Vortrag samt Rundgang war es aber nun auch genug mit trockener Materie und Treppensteigen im Bahnhofslabyrinth. Eine Brauereibesichtigung nebst gemütlichem Ausklang hatten die Planer dieses Ausflugs sehr zum Gefallen der Teilnehmer als zweiten Punkt des Tages gesetzt. Ziel: die Darmstädter Traditionsbrauerei Grohe, deren Geschichte fast parallel zur Bahnhofsgeschichte verlief, was den Teilnehmern während einer zweiten Führung durch die Heiligtümer der Brauerei berichtet wurde.

Fast analog zum neuen Hauptbahnhof tauchte der Name Grohe, hervorgegangen aus dem damaligen ´Erbacher Hof`, erstmals um die Jahrhundertwende auf, genauer gesagt 1899. Zu dieser Zeit gab es in Darmstadt noch etliche kleine Hausbrauereien. Jeder Stadtteil trank sein eigenes Bier, das meist für den Eigenbedarf und allerhöchstens für den Kannenverkauf gebraut wurde.

Warum sich das Grohe-Bier im Gegensatz zu den meisten anderen Brauereien bis heute hielt, davon durfte sich die Lehrerschaft dann selbst ein Bild machen. Verkostet wurde ein Red-Lager Zwickl. Dieses überzeugte durch Farbe und Geschmack. Außerdem sollen dessen Bestandteile der Haut wichtige Vitamine liefern.

Im Anschluss an diese zweite Führung des Tages stand dann erst einmal eine Stärkung auf dem Programm. Im wohligen Ambiente des Grohe-Biergartens ließen es sich die Kolleginnen und Kollegen schmecken.

Später, in geselliger Runde und unter dem Eindruck des Erlebten, wurde manch einem bewusst, was für eine schöne Stadt Darmstadt vor der nahezu vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg gewesen sein muss. Richtig schade.

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Führung durch das Darmstädter Hauptbahnhofsgebäude

 

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Auch mittels alter Fotos wurde den Teilnehmern die Geschichte des Bahnhofs nahegebracht

 

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Im ´Grohe` ging es dann um die Geschichte und Gegenwart der Braukunst

 

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Die Art des Malzes bestimmt Farbe und Geschmack des Bieres ...

 

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... wovon sich die Kolleginnen und Kollegen bei einem ´Red Lager` dann selbst überzeugen konnten

 

Bericht und Fotos: Stefan Gräser