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Sehnsucht nach Frieden

Schulgottesdienst schafft Raum zur Reflektion


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Der Krieg ist zurück in Europa – und mit dem Krieg diverse Ängste. Das tägliche Sterben und die sichtbaren Gräueltaten auf den Schlachtfeldern der Ukraine graben sich tief in unser Bewusstsein ein, in nicht zu unterschätzendem Maße auch bei jungen Menschen. Für sie war Frieden in unseren Sphären Normalzustand, Krieg eher etwas Abstraktes - weit weg von uns.

 

Womöglich in den seit nunmehr über neun Monaten in der Ukraine herrschenden Krieg aktiv hineingezogen zu werden, schlimmstenfalls mit Atomwaffen ausgetragen, schwingt in vielen Gesprächen mit unseren Schülerinnen und Schülern mit. Dazu kommen familiäre Sorgen, die Energie- und Arbeitsplatzsicherheit betreffend.

Aber wie sollen junge Menschen mit solchen oder ähnlichen Ängsten, ihrem Entsetzen und ihrer Machtlosigkeit umgehen? Haben sie Räume, in denen sie sich austauschen können, in denen sie sich nicht allein gelassen fühlen und vielleicht auch ein gemeinsames Zeichen setzen können?

 

Um genau diesen Raum auch im Kontext der Schulgemeinschaft anzubieten, fragten verschiedene Religionslehrer in ihren Kursen an, ob sich Schülerinnen und Schüler vorstellen könnten, eine religiöse Feier vorzubereiten, in der das Thema Frieden im Mittelpunkt steht. Mit Julia Busch und Caja Pfeil fanden sich zwei engagierte Q3ler, die unterstützt von ihrer Lehrerin Frau Huber, ein entsprechendes Konzept erarbeiteten.

 

In einer halbstündigen Zusammenkunft, zu der die gesamte Schülerschaft der Alfred-Delp-Schule eingeladen war, wurden ein Bewusstseinszeitfenster und ein besonderer Ruhemoment geschaffen. Eingerahmt von Kerzenlicht und musikalisch begleitet von den Lehrern Herr Murmann (Gitarre) und Herr Maurer (Klavier) wurde gemeinschaftlich gesungen, Texte verlesen und den Blick auf echten Frieden gerichtet, entgegen einer Welt, die „sich allzu oft von schönen Bildern in die Irre führen lässt“ und „die Suche nach inneren Frieden“ unterschätzt.

 

Nicht nur bekamen die Teilnehmer der Veranstaltung besondere Gedanken an die Hand, sie konnten gleichzeitig aber auch persönlich mitgestalten und ihren Friedensbegriff definieren. Spiritueller Höhepunkt des ´Friedensfestes` war das gemeinsame Legen eines überdimensionalen Friedenszeichens aus Stoffresten.

 

Text und Fotos: Gräser / Gräser

 

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Die beiden Schülerinnen begrüßen die Gäste.

 

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Musikalische Unterstützung kommt von Lehrerseite.

 

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Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer singen beherzt mit.

 

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Verschiedene Schülerinnen und Schüler aus dem Publikum verlesen die Fürbitten.

 

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Frieden bedeutet ...

 

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... etwas ganz Unterschiedliches für jeden Einzelnen.

 

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Zeichen setzen!