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Faust geht auf – Großer Erfolg von ´Augenblick, verweile doch`

Das Stück beginnt mit Gott und seinem Engelschor. Doch gleich darauf wird es irdisch bis sehr vertraut, könnte das Gezeigte so oder so ähnlich doch am Vormittag an gleicher Stelle real stattgefunden haben:

Schüler sind zu sehen, die sich an Goethes Faust abarbeiten. Zwischen „Ionenverbindungen“, „Kontinentalplatten“ , „DNA“ und „Periodensystem“, also dem ganz normalen Schulalltag, nähern sich die Protagonisten von Klaus Opiliks Faust-Adaptation dem Kern des Dramas. Auch sie sind schließlich auf der Suche nach dem, „was die Welt im Innersten zusammenhält“. Dem teuflischen Doppelpack Mephisto, samt Schwester Mephista, spielt das natürlich in die Karten – es ist mal wieder Zeit für eine kleine Wette mit Gott …

Mit Hilfe ihrer rollschuhfahrenden Teufelchen locken, reizen, überreden und verführen die dunklen Geister Schüler für Schüler. Nur Faust widersteht den zeitgemäßen Höllenfallen, den sexuellen Ausschweifungen einer Club-Nacht, dem schnellen Börsengewinn, dem Drogenrausch. Faust ist ein Denker, ein Zweifler, ein Zauderer, dem das alles zu oberflächlich erscheint.

Als moderne Margarethe kommt schließlich die unvermeidbare Grete ins teuflische Spiel. Doch hier haben Mephisto und Mephista die Rechnung ohne die Liebe gemacht.

An fünf Veranstaltungsabenden, jeweils restlos ausverkauft, zogen die Schülerinnen und Schüler der von Frau Mohrhardt und Herrn Lampe geleiteten Theater-AG die Zuschauer in ihren diabolischen Bann. Im wahrsten Sinne des Wortes, teuflisch gut, Niklas Neureuther und Anita Bar alias Mephisto und Mephista in ihren Versuchen den wackeren Faust (Umut Mehmet Eke) ins Verderben zu führen. Bis in die kleinsten Nebenrollen hervorragend besetzt und ausgestattet (Bühnenbildleitung, Herr Peters) überzeugt das klassische Drama im aktuellen Gewand durch Tempo und Esprit.

Die Zuschauer quittierten das Gesehene entsprechend mit langanhaltendem Applaus. Faust ging auf.

Ein Artikel, der über die Vorbereitungen des Stücks berichtet, ist dem Darmstädter Echo zu entnehmen, eine weitere Rezension dem Dieburger Anzeiger.

 

Text: Stefan Gräser

 

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Faust der Zweifler ...

 

faust2

... deplatziert in Auerbachs Keller.

 

faust3

Das kann Mephisto nicht gefallen.

 

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Großes Palaver in der Hexenküche!

 

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Verführung durch den Chor der Geister.

 

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Die Kraft der Liebe - Faust und Margarethe.

 

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Super war's! Alle Beteiligten beim verdienten Schlussapplaus.

 

Fotos: Christian Lampe und Stefan Gräser