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Im Spannungsfeld der Globalisierung

PW-Leistungskurse nehmen an Entwicklungspolitik-Seminar in Ingelheim teil – und werden in die Pflicht genommen

 

Warum geht es manchen Ländern wirtschaftlich schlechter als anderen? Was heißt das für die Menschen, die dort leben, und wer bestimmt überhaupt, was „gutes Leben“ ausmacht?

 

Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der beiden Politik & Wirtschaft-Leistungskurse der Q-4 in einem dreitägigen Seminar an der Fridtjof-Nansen-Akademie in Ingelheim.

 

Zunächst setzten sich die Seminarteilnehmer mit Begrifflichkeiten und Theorien der Entwicklungspolitik auseinander. Dann wurde es konkret. An den Beispielen Ruanda sowie einigen Ländern Lateinamerikas tauchten die Schülerinnen und Schüler in regionale Perspektiven ein, die ihnen exemplarisch endogene wie exogene Probleme unterentwickelter Länder nahe brachten.

 

Dass die westliche Welt nicht nur mit den Auswirkungen ihrer Kolonialpolitik, sondern aktuell auch mit zweifelhaften Wirtschaftspraktiken zum Leid eines Großteiles der dort ansässigen

Einwohner beiträgt, war einer der Brennpunkte dieser Veranstaltung. Aus einer nun erweiterten, globalen Perspektive wurde das gegenwärtige Weltwirtschaftssystem beleuchtet. Dabei wurde deutlich, dass Entwicklungsländern - allen Beteuerungen westlicher Politiker zum Trotz - auch im 21. Jahrhundert mit allen Arten von Handelshemmnissen kaum Luft zum Atmen gelassen wird.

 

Das letzte große Thema dieses Seminars führte die Teilnehmer auf ihre lokale Ebene zurück und widmete sich der Frage, was sie – abgesehen von der großen Politik – selbst

unternehmen könnten, um Armut, Leid und Unterentwicklung in der Welt entgegenzuwirken.

 

Hier erfuhren die Schülerinnen und Schüler, was ´fair trade` im Detail bedeutet und welche Auswirkungen fairer Handel konkret für die Menschen in den Herkunftsländern dieser Produkte hat.

 

Insgesamt entwickelten die Seminarteilnehmer nicht nur ein Verständnis von unterschiedlichen Lebensbedingungen und deren Ursachen, sondern lernten auch Gestaltungsansätze kennen, mittels derer sie selbst als mündige Bürger in einer globalisierten Welt Einfluss auf Entwicklungen nehmen können.

 

Der Erfolg der Veranstaltung war - neben der gelungenen Themenauswahl und einer Tagungsstätte, die keine Wünsche offen ließ - vor allem den drei ausgezeichneten Referenten, insbesondere dem Institutsleiter Dr. Florian Pfeil höchstpersönlich, mit ihren abwechslungsreichen Lehrmethoden zu verdanken.

 

Entlassen wurden die Schülerinnen und Schüler mit den eindringlichen Worten des Institutsleiters, dass ein jeder Teilnehmer dieser Veranstaltung in Bezug auf sein zukünftiges Handeln eines nie wieder sagen könne, nämlich, dass man von den hier aufgezeigten Zusammenhängen nichts gewusst habe.

 

Um auch zukünftigen PW-Leistungskursen dieses Highlight ihrer Schullaufbahn an der ADS zu ermöglichen, sind schon Termine für die nächsten Jahre vereinbart.

 

Bericht und Fotos: Stefan Gräser

 

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Dozentin Lena Olschewsky über den Kolonialismus als eine der Ursachen für Unterentwicklung

 

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Die Schüler tauschen sich mittels der Methode `Theseninterview` über Entwicklungstheorien aus

 

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Gruppenarbeit zum Thema `Ist Ruanda auf einem guten Weg`

 

ingelheim17 04

Die Ergebnisse werden auf Plakaten festgehalten ...

 

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... vorgestellt und diskutiert

 

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Dr. Florian Pfeil, Direktor des Weiterbildungszentrums, referiert über Entwicklungsprobleme Lateinamerikas

 

ingelheim17 07

Talkshow: Die Schüler schlüpfen in die Rollen internationaler Akteure