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Debattenformat geht auf – jung-prominent besetztes Podium zieht rund 200 Schülerinnen und Schüler in seinen Bann

Am Ende der Veranstaltung wurde der ´Debattenkönig` gekürt. Der gewitzte Jungliberale Matthias Keidel (Referent für Öffentlichkeitsarbeit seiner Partei) heimste nur eine einzige Zuschauer-Stimme mehr ein als der rhetorisch beschlagene Junggrüne Torben Sämann (Vorsitzender der Grünen Jugend Hessen).

Dabei hatte das vom Jugendforum (kurz Jufo) präsentierte, preisgekrönte Debattenformat keinen oder besser gesagt viele Sieger verdient. Zunächst den Veranstalter selbst, allen voran Julius Kessler, quasi den ´Erfinder` dieses, nach eigener Aussage, amerikanischen Formats, das neben versierten Streitern auch Showeffekte wie Video-Einspieler und Zuschauerbeteiligung nicht zu kurz kommen lässt - und darüber hinaus gleich auch noch die Moderatorenrolle mit Bravour einnimmt. Dabei ist der Mainzer Politikstudent mit seinen 19 Lenzen gerade mal ein Jahr älter als der der ältere Teil seines Schüler-Publikums.

Seinen guten Kontakten in die ´junge` Politik ist es denn auch zu verdanken, dass das Podium prominent besetzt ist. Neben den beiden Siegern waren dies, in der Reihenfolge ihrer Bewertung durch das Publikum, der Vorsitzenden der Jusos Darmstadt-Dieburg, Lukas Harnischfeger, Friederike Wick, ehemalige Schülerin der ADS und mittlerweile Vorsitzende der Jungen Union Darmstadt-Dieburg, Christian Andreasev, Mitglied im hessischen Landesvorstand der Linksjugend und Fabian Flecken, dem Landesvorsitzenden der Jungen Alternative.

Fast erwartungsgemäß stand Letztgenannter im abschließenden ´Kreuzverhör` der Zuschauer im Mittelpunkt des Interesses, hatte er doch zuvor mit einigen provokanten Thesen, insbesondere zum Staatsangehörigkeitsrecht, viele im Publikum gegen sich aufgebracht. Dort war man sichtlich froh, sich endlich auch einmal mit einem Politiker der AFD auseinandersetzen zu können, was bei der letztjährigen Podiumsdiskussion zum Thema Flüchtlingspolitik noch daran scheiterte, dass sich ein Teil der damaligen Diskutanten dieser Auseinandersetzung nicht stellen wollte, ein Fehler, wie viele Gäste der damaligen Veranstaltung hinterher feststellten.

Entsprechend darf man auch die Schülerinnen und Schüler als Gewinner begreifen, die sich in einem Gremium, bestehend aus einem Leistungskurs Politik & Wirtschaft und Vertretern der Schülervertretung eindeutig für eine solche Verfahrenstechnik eingesetzt hatten. Aber nicht nur bei der Besetzung des Podiums spielte dieses eine entscheidende Rolle, sondern setzte zudem auch die Themen dieses Abends (Syrienpolitik im ersten Teil, Medienkritik und Populismus im zweiten Teil der Veranstaltung). Das führte letztlich dazu, dass trotz gänzlich freigestellter Teilnahme, der Mehrzweckraum der Alfred-Delp-Schule mit etwa 200 Zuschauern aus allen Nähten platzte, man z.T. nur noch durch die geöffnete Eingangstür einen Blick auf das Podium erhaschen konnte.

Generiert wurde dieses Interesse im Übrigen größtenteils durch den gezielten Einsatz sozialer Netzwerke, so dass es nicht verwunderte, dass diese auch noch lange nach Ende der Veranstaltung nachglühten.

Wenn ein solches Format den Anspruch hat, und welchen sollte es sonst haben, junge Leute in die politische Diskussion zu führen, dann lässt sich getrost am Ende konstatieren: die Rechnung ist aufgegangen!

 

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Das Interesse sprengte nicht nur den Raum, sondern auch alle Erwartungen.

 

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Die Diskutanten analog zum Parteienspektrum von links nach rechts.

 

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Modernste Technik im Einsatz.

 

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Interessante Einspieler als Salz in der Suppe.

 

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Die Diskussion ganz auf der Höhe der Zeit.

 

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Auch die Zuschauer kamen zu Wort.

 

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Leistungskursschüler Marcel Dehmer präsentiert die Ergebnisse der Zuschauerumfrage.

 

Bericht und Bilder Stefan Gräser

 

Hier ein Link zum Bericht des Darmstädter Echos zu dieser Veranstaltung!